Betroffene

Hilfe für Betroffene

Könnte es Alzheimer sein?

Diese Frage stellen sich Angehörige, wenn sie Veränderungen bei einem Familienmitglied bemerken, die sie beunruhigen. Nicht jede Vergesslichkeit ist ein Anzeichen für eine Demenz, aber vielleicht stellen sie noch weitere Auffälligkeiten fest.

Information und Beratung

Angehörige von Demenzkranken haben in der Regel eine breite Palette an Fragen und Problemen:

  • Wie verhalte ich mich richtig?
  • Was mache ich, wenn mein demenzkranker Angehöriger wegläuft?
  • Welche Hilfsmittel gibt es für den Alltag?

Die aufgeführten Beratungsstellen können Ihnen helfen, diese und ähnliche Fragen zu beantworten. Sie finden dort Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, die bei Bedarf rund um das Thema Demenz
mit Rat und Tat an Ihrer Seite stehen.

Diagnostik

Eine Demenz wird häufig zu spät erkannt und zu spät diagnostiziert. Dabei wünschen sich 96 % der Patienten eine formale Demenzdiagnose zu erhalten und den Grund für ihre Gedächtnisprobleme zu erfahren (Jung, J.H., et al., Psychiatry Investig., 2017).
Bei zunehmender Vergesslichkeit, Beeinträchtigung der Merkfähigkeit, Orientierungsstörungen, Wortfindungsstörungen, Problemen bei gewohnten Alltagsaktivitäten und/oder Persönlichkeitsveränderungen
kann ein Demenzverdacht durch den Hausarzt, einen Facharzt oder eine Psychiatrische Ambulanz abgeklärt werden.

Angebote zur Unterstützung im Alltag

Diese Angebote haben zum Ziel, pflegenden Angehörigen Entlastung und Unterstützung zu bieten und dadurch Personen mit und ohne Demenz einen längeren Verbleib in ihrer häuslichen Umgebung zu ermöglichen. Hierzu zählen u.a. Betreuungsangebote, die unter fachlicher Anleitung durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer entweder als Gruppen- oder als Einzelbetreuung durchgeführt werden.
Eine Betreuungsgruppe bietet Menschen mit Demenz die Möglichkeit, Geselligkeit in einem auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Rahmen zu erfahren, der Versagungsängste weitgehend vermeidet. Die Kranken werden durch die Gruppe emotional aufgefangen und gestützt. Dadurch wird das Selbstwertgefühl gestärkt und die Selbständigkeit bleibt länger erhalten.
Den Angehörigen bietet die Betreuungsgruppe Entlastung sowie Kontaktmöglichkeiten zu anderen Angehörigen und den geschulten Helferinnen und Helfern.

Nachbarschafts- und Bürgerhilfen

Midde im Dorf“ – ein Treffpunkt für Menschen jedes Alters und ein Ort für Ideen und Engagement. Darüber hinaus ist „Midde im Dorf“ für Menschen, die Beratung, Hilfe und/oder Unterstützung benötigen, ein kompetenter Ansprechpartner vor Ort.

Die ehrenamtlichen Demenzbotschafterinnen werben für mehr Verständnis im Umgang mit demenzkranken Menschen. Sie informieren über Hilfsangebote und Beratungsstellen und sind Multiplikatoren und Ansprechpartner in Stadtteilen, für Vereine, Gemeinden und interessierte Gruppen. Ziel ist es, über das Krankheitsbild zu informieren, Hilfen aufzuzeigen und zu vermitteln.
Die Pflegebegleiterinnen bieten pflegenden Angehörigen ein offenes Ohr und Möglichkeiten, sich selbst etwas Gutes zu tun.

Ambulante Pflegedienste

Die Leistungen von ambulanten Pflegediensten sind vielfältig. Sie bieten neben der Behandlungspflege auch Leistungen der Grundpflege an.

Tagespflege

In einer Tagespflege werden pflegebedürftige Menschen als Tagesgäste von morgens bis abends, in der Regel von montags bis freitags, 8:00 bis 16:00 Uhr, professionell betreut. In dieser Zeit können sich die Angehörige entspannen, in Ruhe einkaufen gehen oder wichtige Termine, wie z.B. Arztbesuche, wahrnehmen.
Ab Pflegegrad 2 steht ein monatliches Budget für die Finanzierung der Tagespflege zur Verfügung, welches zusätzlich zum Pflegegeld und zu den Pflegesachleistungen (für den ambulanten Pflegedienst) gezahlt wird.

Kurzzeitpflege

Unter ‚Kurzzeitpflege‘ versteht man die zeitlich befristete Versorgung und Betreuung pflegebedürftiger Menschen in einem Alten- und Pflegeheim, um pflegenden Angehörigen eine Auszeit zu ermöglichen oder eine Notsituation zu überbrücken. Kurzzeitpflege kann auch als Nachsorge nach einem Krankenhausaufenthalt genutzt werden
Für den Aufenthalt in einer Kurzzeitpflege gibt es ab Pflegegrad 2 ein jährliches Budget der Pflegeversicherung, das zeitlich auf 28 Tage begrenzt ist. Zusätzlich kann das Budget der Verhinderungspflege zur Finanzierung genutzt werden.
Jedes Alten- und Pflegeheim im Lahn-Dill-Kreis bietet auch Kurzzeitpflege an.